Die Idee von „Juristinnen Schweiz – Femmes Juristes Suisse – Giuriste Svizzera – Giuristas Svizra – Women Lawyers Switzerland“ entstand an der feministischen Juristinnen-Tagung vom Oktober 2000 in der Kartause Ittingen/TG: Auf Initiative von Zita Küng und Brigitte Pérez-Frei (beide heute Vorstandsmitglieder der Vereinigung) diskutierte ein Workshop das Thema "Nationale und internationale Vernetzung von Juristinnen". Im Unterschied zum Ausland fehlte eine entsprechende gesamtschweizerische Vereinigung hierzulande. Aufgrund des Bedürfnisses nach Vernetzung und Zusammenarbeit unter Juristinnen der ganzen Schweiz bildete sich ein Initiativkomitee, bestehend aus Zita Küng, Brigitte Pérez-Frei, Petra Hauser und Kitty von Streng. Vierzig Teilnehmerinnen des Kongresses erklärten damals schon ihre Bereitschaft, dem zu gründenden Verein beizutreten.
Vom Dezember 2000 bis Mai 2001 nahm das Initiativkomitee die Vorarbeiten an die Hand, sorgte für die notwendigen Finanzen (wurden durch Spenden geäufnet), erstellte einen Statutenentwurf, reservierte einen Namen für die Website der Vereinigung (www.lawandwomen.ch) und lud 1700 Juristinnen aus der ganzen Schweiz zur Gründungsversammlung ein. Für die Gründungsversammlung hatte Prof. Ursula Nelles, 1. Vorsitzende des Deutschen Juristinnen Bundes (DJB), versprochen, zu kommen, Cherie Booth Blair, UK, musste leider wegen laufender Verhandlungen absagen. Dafür sagten andere hochrangige Vertreterinnen des englischen und österreichischen Juristinnenbundes und kurz zuvor gewählte erste Präsidentin des European Women Lawyers Association (EWLA), Elisabeth Müller zu. Alt Bundesrichterin Margrith Bigler-Eggenberger und Regula Kägi-Diener sowie Catherine Jaccottet Tissot konnten für die Mitwirkung gewonnen werden.
Am 30. Juni 2001 fand in Fribourg die Gründungsversammlung mit über 100 Juristinnen aus der ganzen Schweiz statt. Die Begrüssungsvoten hielten Margrith Bigler-Eggenberger, Elisabeth Müller, Präsidentin der EWLA und Nicole Mathé, Präsidentin des Vereins Österreichischer Juristinnen. Das Grusswort der Ersten Präsidentin des DJB, Ursula Nelles wurde verlesen. Unter der Leitung von Catherine Jaccottet-Tissot beschloss die Versammlung die Statuten und wählte den Vorstand. Infolge der fortgeschrittenen Zeit musste auf die Ansprache der neugewählten Präsidentin, Regula Kägi-Diener, verzichtet werden. Die Versammlung wurde abgerundet durch eine Lesung von Isolde Schaad, die mit ihren satirischen Rechtsfällen die Juristinnen zum Lachen und zum Nachdenken herausforderte.